Die wichtigsten Musikinstrumentenmuseen
Musikinstrumentenmuseen sind die einzige Sammlungsgattung, in der man hörend ausstellt. Die folgenden zehn Häuser zeigen, wie unterschiedlich sich das umsetzen lässt — vom enzyklopädischen Anspruch bis zum Spezialhaus für historische Tasteninstrumente.
Musical Instrument Museum, Brüssel
Das MIM im Jugendstilbau des ehemaligen Kaufhauses Old England (Victor Horta) auf dem Mont des Arts zeigt 1.200 Instrumente (8.000 im Depot). Jeder Saal hat einen eigenen Audioguide, der die Instrumente klingen lässt — eine Pionierlösung.
Musical Instrument Museum (MIM), Phoenix
2010 von Robert J. Ulrich gegründet, ist das MIM Phoenix das größte Musikinstrumentenmuseum der Welt — 7.000 ausgestellte Instrumente aus jedem Land der Erde, geografisch gegliedert mit länderspezifischen Audiopunkten.
Musikinstrumentensammlung, Metropolitan Museum, New York
Die musikalischen Galerien des Met halten eine Stradivari von 1693, das älteste erhaltene Klavier (Bartolomeo Cristofori, 1720) und umfangreiche nicht-westliche Instrumente. Die Querverbindungen zum Rest des Met machen den Besuch besonders.
National Music Museum, Vermillion (South Dakota)
Das National Music Museum der University of South Dakota verwaltet 15.000 Instrumente, darunter zentrale Stradivari, Amati und Guarneri sowie die C.G.-Conn-Sammlung historischer Blechblasinstrumente. Ein erstaunliches Haus in einer kleinen Universitätsstadt.
Cité de la Musique, Paris
Christian de Portzamparcs Bau von 1995 in La Villette versammelt 7.000 Instrumente neben einem Konzertsaal — täglich klingt live, was tagsüber im Display steht. Die symbiotische Anordnung ist einzigartig.
Horniman Museum, London
Das Horniman in Forest Hill bewahrt eine außergewöhnliche, von Frederick Horniman aus aller Welt zusammengetragene Instrumentensammlung. Klein, aber eine der schönsten Vermittlungen außereuropäischer Musik in London.
Russell Collection, Edinburgh
Die St Cecilia's Hall in Edinburgh hütet die Sammlung historischer Tasteninstrumente der Universität — viele davon spielbar, ausschließlich zu Forschungszwecken. Wer Cembalo studiert, kommt zwingend hier vorbei.
Hamamatsu Museum of Musical Instruments, Japan
Hamamatsu — Japans Zentrum des Instrumentenbaus (Yamaha, Kawai, Roland) — beherbergt ein bedeutendes Museum mit weltweit vergleichendem Ansatz. Die japanische Sektion ist erwartungsgemäß stark, der globale Vergleich überzeugt zusätzlich.
Museum of Pop Culture (MoPOP), Seattle
Frank Gehrys MoPOP bewahrt Jimi-Hendrix-Material — Paul Allen gründete das Haus auch ihm zu Ehren — und weitere Rockmusik-Artefakte. Nicht das offensichtliche Instrumentenmuseum, aber ein notwendiger Punkt im Feld.
Wiener Sammlungen
Das Kunsthistorische Museum und die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien teilen sich eine zentrale Rolle: hier liegen persönliche Instrumente vieler Komponisten — Beethovens Hammerflügel von Broadwood, Mozarts Reiseklavier — in Räumen, die mit der Stadtgeschichte verschmelzen.
Jede Liste lässt Würdiges aus; die obige ist als Einstieg gedacht. Mit der Karte lassen sich weitere Werkstätten und Orgelmuseen entlang einer Reiseroute auffinden.