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Die wichtigsten Textil- und Modemuseen

Mode und Textil sind musealisch eine empfindliche Gattung — empfindlich für Licht, empfindlich für Diskurse über Geschlecht, Kommerz und Identität. Die folgenden zehn Häuser zeigen, wie unterschiedlich man damit umgehen kann.

Palais Galliera, Paris

Das offizielle Pariser Modemuseum, 2020 nach Sanierung wiedereröffnet, zeigt Wechselausstellungen aus einer 200.000 Stücke umfassenden Sammlung. Schräg gegenüber vom Eiffelturm — die Lage ist Teil des Selbstverständnisses.

Costume Institute, Metropolitan Museum, New York

Das Costume Institute des Met bewahrt 33.000 Kleidungsstücke und Accessoires aus sieben Jahrhunderten. Die jährliche Met Gala finanziert das Programm — und prägt die öffentliche Wahrnehmung der Sammlung stärker als irgendeine Ausstellung.

V&A, Fashion Galleries, London

Die Modeabteilung des V&A umfasst vier Jahrhunderte europäischer Kleidung; die Abteilung Furniture, Textiles and Fashion hütet zudem millionenfach Material zu Stoff und Möbel. Eine der seriösesten Quellen der Disziplin.

Kyoto Costume Institute

1978 von Wacoal gegründet, bewahrt das KCI eine außergewöhnliche Sammlung westlicher Mode neben japanischen Kimono. Die internationalen Leihprogramme machen das Haus zu einer stillen Drehscheibe der Mode-Forschung.

MAK, Wien

Die Textilsammlung des MAK umfasst das Stoffarchiv der Wiener Werkstätte und eine bedeutende Gruppe historischer europäischer Textilien. In Wien lässt sich gut nachvollziehen, wie Mode und angewandte Kunst zusammenhängen.

Bargoin-Museum, Clermont-Ferrand

Das französische Spezialmuseum für ethnische Textilien konzentriert sich auf präkolumbisches, afrikanisches und asiatisches Material — eine Disziplin, die in der Mode meist marginalisiert bleibt.

Calico Museum of Textiles, Ahmedabad

Nur nach Voranmeldung zugänglich, bewahrt das Calico Museum in Ahmedabad die wichtigste Sammlung indischer Textilien der Welt — Hofkostüm, Tempelhängung, Handelstextilien. Ein Haus, das den Begriff Tiefe neu definiert.

FIDM Museum, Los Angeles

Das Museum des Fashion Institute of Design and Merchandising bewahrt Hollywood-Kostüme und zeitgenössische Haute Couture; die jährlichen Academy-Awards-Ausstellungen ziehen ein Publikum, das mit klassischen Modehäusern nicht überschneidet.

MoMu, Antwerpen

Das Modemuseum in Antwerpen, 2021 nach umfassender Erweiterung wiedereröffnet, ist das Zentralhaus für das Erbe der Antwerp Six — Margiela, Demeulemeester, Van Noten. Hier wird Antwerpen als modisches Phänomen ernst genommen.

Tirelli Costumi, Rom

Das Filmkostüm-Archiv von Tirelli Costumi — verwendet in Filmen von Visconti, Coppola, Scorsese und Sorrentino — funktioniert als arbeitendes Museum historischer Kostümkunde. Eine Lehre über die Brücke zwischen Bühne und Sammlungsraum.

Jede Liste lässt Würdiges aus; die obige ist als Einstieg gedacht. Mit der Karte lassen sich Manufakturen und kleinere Textilhäuser regional erkunden.