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Die zehn wichtigsten Museen Dänemarks

Dänemark ist museal ein kleines, dichtes Land. Die meisten der bedeutenden Häuser liegen in Kopenhagen, aber die schönsten Erlebnisse entstehen oft in den regionalen Adressen am Øresund, in Jütland oder im hohen Norden bei Skagen. Die folgenden zehn bilden das Rückgrat einer ernsthaften Reise — von der Bronzezeit bis zur Gegenwartskunst, von der Wikingerhalle bis zum vergrabenen Trockendock.

Nationalmuseum, Kopenhagen

Im Prinzenpalais am Frederiksholms Kanal, einem barocken Stadtpalast aus dem frühen 18. Jahrhundert, verwahrt das Nationalmuseet die wichtigsten historischen Bestände des Landes. Gegründet 1807, zählt es heute zu den ältesten und umfangreichsten Nationalmuseen Nordeuropas. Den Auftakt macht der Sonnenwagen von Trundholm aus der Bronzezeit — ein vergoldetes Pferd mit Scheibe auf Rädern, das zu den ikonischsten Objekten der europäischen Vorgeschichte gehört. Daneben stehen die Eichensargbestattungen der Bronzezeit, deren organische Erhaltung schlicht außergewöhnlich ist, sowie Wikingerschätze, Runeninschriften und eine breite ethnografische Sammlung mit Objekten aus Grönland, Afrika und Asien. Der Rundgang vom Steinalter bis ins 20. Jahrhundert ist konsequent kuratiert und schafft es, auf gut 10.000 Quadratmetern keine Lücke zu lassen. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt für Erwachsene liegt im Bereich von 95 bis 115 DKK, Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Nächste S-Bahn-Station ist Vesterport, von dort etwa zehn Minuten zu Fuß.

SMK Statens Museum for Kunst, Kopenhagen

Die dänische Staatsgalerie, 1896 eröffnet, liegt am Sølvgade gegenüber dem Botanischen Garten. Das Hauptgebäude im Historismus-Stil wurde um einen Anbau des Architekten Anna Maria Indrio ergänzt, der 1998 eingeweiht wurde und Altbau und Skulpturenstraße in einer der spannendsten Raumfolgen der Stadt verbindet. Die Sammlung umfasst 700 Jahre westliche Kunst: Mantegna und Cranach der Ältere im Obergeschoss, Rembrandt und Rubens im Mittelbau, Matisse und Picasso im Anbau. Besonders stark ist die Abteilung des dänischen Goldenen Zeitalters — Christoffer Wilhelm Eckersberg, der als Vater der dänischen Malerei gilt, und Vilhelm Hammershøi, dessen stille Interieurs eine melancholische Moderne vorwegnehmen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr. Eintritt für die Dauerausstellung kostenlos; Sonderausstellungen kosten in der Regel zwischen 110 und 145 DKK. Die nächste Metro-Station ist Østerport, von dort rund acht Minuten Fußweg.

Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk

Das Louisiana, 35 Kilometer nördlich Kopenhagens auf einer Landzunge an der Øresundküste, ist eines der meistgeliebten Museen Europas — und eines der am stimmigsten geplanten. Die Geschichte beginnt 1958, als Alexander Brun die Villa Louisiana zum Museum umwidmete; seitdem wurden die Pavillons von den Architekten Jørgen Bo und Vilhelm Wohlert organisch in den Küstenwald hinein verlängert. Der Skulpturengarten mit Werken von Henry Moore, Alexander Calder und Jean Arp liegt direkt am Wasser; bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den schwedischen Küstenhügeln. Die Sammlung zeigt Arte Povera, COBRA und internationalen Minimalismus, dazu wechselnde Großausstellungen, die Zehntausende Besucher anziehen. Das Museum ist täglich von 11 bis 22 Uhr geöffnet, dienstags bis 21 Uhr. Eintritt liegt zwischen 145 und 175 DKK. Mit dem Regionalzug (Linie Re von Kopenhagen H) in etwa 35 Minuten erreichbar, Station Humlebæk, dann fünf Minuten Fußweg durch den Wald.

Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen

Carl Jacobsen, Sohn des Carlsberg-Gründers, baute 1897 diese private Sammlung zur öffentlichen Stiftung aus. Das Gebäude am Dantes Plads besteht aus zwei Flügeln, die durch den legendären Wintergarten verbunden sind: ein lichtdurchflutetes Palmenhaus mit Springbrunnen, das zu den schönsten Innenräumen Kopenhagens zählt. Die Antikensammlung umfasst ägyptische Sarkophage und Götterstatuen, griechische Vasen und Bronzen, etruskische Grabfiguren und eine der bedeutendsten Sammlungen römischer Porträtbüsten außerhalb Roms — darunter Darstellungen von Julius Caesar und Augustus, deren Authentizität und Erhaltung selten sind. Die Oberetage zeigt französische Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts: Gauguin und Degas, Rodin und Carpeaux. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintrittspreis liegt für Erwachsene zwischen 115 und 125 DKK; dienstags ist freier Eintritt. Fußläufig vom Kopenhagener Hauptbahnhof in etwa sieben Minuten.

ARoS, Aarhus

Schmidt Hammer Lassens weißer Kubus am Aros Allé, 2004 eröffnet, ist der wichtigste Museumsbau Jütlands der letzten Jahrzehnte. Neun Etagen Ausstellungsfläche sind um ein zentrales Atrium organisiert, das natürliches Licht tief in den Bau zieht. Das bekannteste Werk im Haus ist Olafur Eliassons „Your Rainbow Panorama" aus dem Jahr 2011 — ein begehbarer kreisrunder Steg auf dem Dach, dessen Panoramaverglasung in allen Farben des Spektrums gefärbt ist. Von dort überblickt man die gesamte Bucht von Aarhus. Die Sammlung zeigt starke dänische und internationale Gegenwartskunst; besonders dicht ist der Bestand an expressionistischen und figurativen Werken. Im Untergeschoss befindet sich Ron Muecks hyperrealistische Skulptur „Boy", die durch schiere Größe — fast fünf Meter — erschüttert. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis 22 Uhr. Eintritt für Erwachsene zwischen 160 und 180 DKK. Erreichbar in zehn Minuten zu Fuß vom Bahnhof Aarhus H.

Designmuseum Danmark, Kopenhagen

Das Haus residiert in einem Bau des Architekten Caspar Frederik Harsdorff aus dem späten 18. Jahrhundert — ursprünglich ein Krankenhaus, seit 1926 Museum. Die Fassade zur Bredgade hin ist ein Muster zurückhaltenden dänischen Klassizismus; dahinter entfaltet sich eine Sammlung, die das internationale Ansehen des dänischen Designs belegt. Hans J. Wegners „The Chair" — in der Version, auf der John F. Kennedy und Richard Nixon beim Fernsehduell 1960 saßen — ist ebenso vertreten wie Arne Jacobsens Ameisenstuhl und 3107 sowie Børge Mogensens Jagdstühle. Die Stuhlsammlung mit mehreren Hundert Exemplaren gibt dem Begriff „Stuhlländchen" historische Substanz. Daneben stehen Textilien, Silber, Porzellan aus der königlichen Manufaktur und aktuelle Industriedesign-Arbeiten. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 21 Uhr. Eintrittspreis für Erwachsene liegt zwischen 115 und 130 DKK. Nächste Metro-Station ist Marmorkirken, etwa vier Minuten Fußweg.

Wikingerschiffmuseum, Roskilde

Zwischen 1962 und 1969 wurden im Roskilde-Fjord fünf Wikingerschiffe aus dem 11. Jahrhundert geborgen, die man zuvor absichtlich versenkt hatte, um den Seeweg zur Stadt zu sperren. Die eigens errichtete Halle am Fjordufer, ein schlichter Stahlbau mit Glaswänden zum Wasser hin, stellt die konservierten Holzreste in situ aus. Die Schiffe sind unterschiedlichen Typs: vom kleinen Fischerboot bis zum großen Langschiff für Überseereisen. Im Sommer laden Rekonstruktionen auf dem Fjord zum Mitrudern ein — die Bootsbauerwerkstatt ist das ganze Jahr öffentlich zugänglich, und man kann handwerklichen Methoden beim Nachbau mittelalterlicher Boote zusehen. Geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr, im Winter montags geschlossen. Eintritt zwischen 145 und 165 DKK. Roskilde ist mit dem Regionalzug (Linie Re von Kopenhagen H) in rund 25 Minuten erreichbar; vom Bahnhof sind es etwa 15 Minuten zu Fuß durch die Altstadt.

M/S Maritime Museum, Helsingør

Bjarke Ingels Group löste 2013 eine scheinbar unlösbare Aufgabe: Das Museum sollte ins alte Trockendock neben Schloss Kronborg eingebaut werden, ohne dessen UNESCO-Welterbe-Status zu gefährden. Die Lösung war, vollständig unter das Hafenpflaster zu gehen. Besucher steigen über Brücken und Rampen entlang der Dockwände in die Tiefe; das Tageslicht fällt seitlich durch die rohen Betonwände. Die Sammlung erzählt die dänische Seefahrtsgeschichte von der Hansezeit bis zu den Containerriesen der Gegenwart — mit Navigationsgeräten, Schiffsmodellen, Uniformen und persönlichen Objekten von Seeleuten. Die räumliche Wirkung übertrifft die meisten maritimen Museen Europas: Man befindet sich buchstäblich unter dem Meeresspiegel. Geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr, im Sommer bis 18 Uhr. Eintritt für Erwachsene zwischen 120 und 145 DKK. Der Bahnhof Helsingør liegt fünf Minuten Fußweg entfernt; von Kopenhagen H braucht der Regionalzug etwa 45 Minuten.

Skagens Museum

Das Museum in der Stadt Skagen, am äußersten Nordpunkt Jütlands wo Nord- und Ostsee sich begegnen, ist dem Kreis der Skagen-Maler gewidmet, die sich ab den 1870er Jahren hier niederließen. Peder Severin Krøyers großformatige Strandszenen — Fischerboote im silbrigen Abendlicht, Gesellschaften beim Abendessen im Freien — hängen neben Anna Anchers Interieurs mit farbigen Lichtflecken auf Wänden und Böden. Michael Anchers Porträts der Fischergemeinschaft und Marie Krøyers Landschaften komplettieren ein Bild dieser besonderen Malerkolonie. Das Haus selbst, 1908 eröffnet, ist ein bescheidener Bau in einem Garten nahe dem Strand; der Kontrast zwischen schlichter Architektur und der Leuchtkraft der Bilder ist Teil des Erlebnisses. Geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr, im Sommer bis 18 Uhr. Eintritt für Erwachsene zwischen 110 und 130 DKK. Skagen ist mit dem Zug von Frederikshavn (ca. 35 Minuten) erreichbar; von Kopenhagen aus plant man den Reisetag am besten um einen Aufenthalt.

Kunsten, Aalborg

Das Museum für moderne Kunst in Aalborg ist Alvar Aaltos einziger realisierter Bau in Dänemark, 1972 eröffnet und einer der wenigen verbliebenen Museumsneubauten des finnischen Meisters, die noch in ihrer ursprünglichen Funktion genutzt werden. Der flache, weiße Bau liegt im Kjellerups Torv und öffnet sich zum Park; die Raumfolgen sind typisch Aalto: wellenförmige Decken, weiches indirektes Licht durch Oberlichter, Materialien aus Ziegel und Holz. Die Sammlung zeigt moderne dänische Kunst, und der Bestand an Werken von Asger Jorn, dem wichtigsten dänischen Maler des 20. Jahrhunderts und Mitgründer der COBRA-Bewegung, ist außergewöhnlich dicht. Hinzu kommen internationale Positionen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude selbst, nicht nur die Sammlung, ist Grund genug für den Besuch. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Eintritt zwischen 100 und 120 DKK. Der Bahnhof Aalborg liegt rund zwölf Minuten Fußweg entfernt; von Kopenhagen sind es mit dem IC-Zug knapp drei Stunden.

Über die Karte lassen sich diese Häuser und die kürzeren Routen zwischen Kopenhagen, Aarhus und der Nordküste zusammenstellen.