Die zehn wichtigsten Museen Deutschlands
Deutschland ist museal föderal: Die wichtigen Häuser verteilen sich auf Berlin, München, Dresden, Frankfurt, Hamburg und Köln, und keine Stadt kann den Anspruch erheben, das Bild allein zu prägen. Die folgenden zehn Adressen bilden das Rückgrat einer Reise, die Antike, Gemäldekunst, Technikgeschichte und das Bauhaus zusammendenkt.
Museumsinsel, Berlin
Berlins Museumsinsel, seit 1999 UNESCO-Welterbe, vereinigt fünf Häuser auf einem Spreeufer: Pergamonmuseum, Neues Museum (Nofretete), Altes Museum, Alte Nationalgalerie und Bode-Museum. Die großen Antikensäle des Pergamon sind während einer mehrjährigen Sanierung geschlossen einzelne Schaustücke wandern temporär aus.
Alte Pinakothek, München
Die 1836 von Ludwig I. gegründete Alte Pinakothek ist eine der ältesten eigens errichteten Gemäldegalerien der Welt. Im Bestand: Dürers Selbstporträt mit 28, Altdorfers Alexanderschlacht und vier zentrale Rubens-Tafeln. Der Klenze-Bau setzt bis heute Maßstäbe für die Hängung großer Formate.
Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden
Die Gemäldegalerie Alte Meister im Dresdner Zwinger zeigt Raffaels Sixtinische Madonna, Vermeers Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster ein 2021 abgeschlossenes Restaurierungsprojekt brachte einen zuvor übermalten Cupido wieder zum Vorschein und Giorgiones Schlummernde Venus. Eines der dichtesten Kabinettpunkte der europäischen Malerei.
Deutsches Museum, München
1903 auf der Isarinsel gegründet, gehört das Deutsche Museum zu den größten Technik- und Wissenschaftsmuseen weltweit. Die Mehrjahressanierung öffnet die Abteilungen schrittweise; die Wasserstoff- und Energieflügel sind bereits zugänglich, die U1, das erste deutsche U-Boot, bleibt Höhepunkt aller Besuche.
Städel Museum, Frankfurt
Das Städel am Schaumainkai (Museumsufer) hängt 700 Jahre europäische Kunst, mit Botticellis Idealporträt einer Dame und Vermeers Geograph als Anker. Die unterirdische Erweiterung von Schneider+Schumacher (2012) gehört zu den intelligentesten Museumsausbauten der jüngeren Jahrzehnte und unterläuft konsequent jede Schaufassade.
Neues Museum, Berlin
David Chipperfields 2009 vollendeter Wiederaufbau des kriegsbeschädigten Neuen Museums ist selbst ein Meisterwerk Sichtbeton im Dialog mit erhaltenen Wandfragmenten, ohne Nostalgie. Drinnen: die Büste der Nofretete, der Berliner Goldhut und die ägyptisch-prähistorischen Sammlungen.
Hamburger Kunsthalle
Die Hamburger Kunsthalle hütet Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer das meistreproduzierte Bild der deutschen Romantik und einen starken Bestand der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts. Ein gut programmierter Erweiterungsbau aus den 1990er Jahren ergänzt den klassizistischen Stammhausflügel.
Pinakothek der Moderne, München
Stephan Braunfels' Bau von 2002 vereint Kunst, Design, Grafik und Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts unter einem Dach. Die Designabteilung führt von Thonet bis in die Gegenwart und gehört zu den vollständigsten ihrer Art in Europa.
Museum Ludwig, Köln
Direkt neben dem Dom und dem Hauptbahnhof gelegen, hütet das Museum Ludwig die drittgrößte Picasso-Sammlung der Welt sowie zentrale Werke der Pop Art Lichtenstein, Warhol, Rauschenberg, Rosenquist. Im Verbund mit dem benachbarten Wallraf-Richartz-Museum eine der besten Ein-Tages-Adressen für moderne Kunst.
Bauhaus-Museen
Das Bauhaus-Archiv in Berlin, das Bauhaus-Museum Weimar (2019, Heike Hanada) und das Bauhaus Museum Dessau (2019) bilden zusammen die obligatorische Bauhaus-Pilgerschaft, die die drei Wirkungsorte der Schule abdeckt. Erst im Zusammenhang aller drei Häuser wird das Bauhaus als Schule und Lebensentwurf greifbar.
Über die Karte lassen sich diese Häuser und Routen zwischen Berlin, München, Dresden, Frankfurt, Hamburg und Köln zu einer realistischen Reise verbinden.