← Zurück zum Blog

Zehn bedeutende Museen der Türkei

Die Türkei vereinigt auf ihrem Boden die Schichten so vieler Hochkulturen wie kaum ein anderes Land Hethiter, Phryger, Lyder, Griechen, Römer, Byzantiner, Seldschuken, Osmaner. Die nationalen Museen tragen dieser Tiefe Rechnung. Hinzu kommen archäologische Stätten, die selbst Museumscharakter haben, und in Istanbul eine Reihe ambitionierter privater Häuser. Politische und administrative Rahmenbedingungen verändern sich gelegentlich Öffnungsstatus daher kurzfristig prüfen.

Topkapı-Palast, Istanbul

Die Residenz der osmanischen Sultane von den 1460ern bis 1856 hütet den Schatz mit dem 86-karätigen Löffelmacher-Diamanten und dem Topkapı-Dolch mit smaragdbesetztem Griff, die Heiligen Reliquien (darunter der Mantel und Bart des Propheten Muhammad), den Harem mit über dreihundert Räumen und den Çinili Köşk, das älteste erhaltene Profangebäude Istanbuls. Der Komplex mit seinen vier Höfen auf dem Serailhügel oberhalb des Goldenen Horns ist zugleich Museum und gebauter Geschichtsraum. Der zweite und dritte Hof verlangen separate Eintrittskarten; der Harem kostet zusätzlich. Typische Wartezeiten in der Hochsaison sind lang, Tickets vorab online kaufen empfiehlt sich dringend. Das Museum Cards Turkey-System bietet Kombipässe für Topkapı und die İstanbul Arkeoloji Müzeleri.

Hagia Sophia

Seit 2020 wieder als Moschee genutzt, behält die Hagia Sophia ihre byzantinische Architektur aus dem 6. Jahrhundert unverändert: die 55 Meter hohe Hauptkuppel, die Marmorbekleidung, die mächtigen Pilaster. Die erhaltenen Mosaike darunter die Deesis-Mosaiken aus dem 13. Jahrhundert im Obergeschoss sind zeitweise sichtbar und werden bei Gebetszeiten abgedeckt. Der Besuch ist kostenlos; Anstand erfordert bedeckte Kleidung und Schuhe, die man auszieht. Die Kuppel zählt nach wie vor zu den großen Leistungen der Architekturgeschichte und war bei der Erbauung unter Kaiser Justinian I. (537 n. Chr.) die größte Kuppelkirche der Welt.

Archäologische Museen Istanbuls

Drei Häuser in einem Komplex hinter dem Topkapı auf der Serailhalbinsel: das Archäologische Museum mit dem Alexander-Sarkophag aus Sidon (4. Jh. v. Chr., einem der schönsten griechischen Skulpturwerke überhaupt) und der vollständigen Sidon-Nekropole; das Museum für den Alten Orient mit Keilschrifttafeln, einem babylonischen Mosaik-Stadttor und altorientalischen Bronzen; der Çinili Köşk (Fliesenpavillon) aus dem 15. Jahrhundert mit osmanischer Keramik und Fayencedekor. Eine der wichtigsten archäologischen Sammlungen des östlichen Mittelmeers außerhalb Athens und Kairos. Eintritt im mittleren Bereich; Museumspass Istanbul einlösbar. Zu Fuß vom Topkapı-Tor in wenigen Minuten erreichbar.

Museum für anatolische Zivilisationen, Ankara

In einem restaurierten Bedesten des 15. Jahrhunderts nahe der Ankur-Zitadelle dokumentiert das Haus 10.000 Jahre anatolische Kulturgeschichte: neolithische Statuetten aus Çatalhöyük, hethitische Sphingen und Götterreliefs aus Hattusha (Boğazkale), phrygische Fibeln und Bronzegürtel, urartäische Bronzefiguren aus Van-See-Region, lydische Schmuckstücke und griechisch-römische Terrakotten. Die Anordnung folgt konsequent der Chronologie im Rund des ehemaligen Markthallenbaus; das Licht kommt durch das Holzdach diffus herunter. Das Museum erhielt 1997 den Europarat-Museumspreisäquivalent. Eintritt moderat; öffentliche Busse aus dem Zentrum Ankaras in etwa zwanzig Minuten.

Sakıp-Sabancı-Museum, Istanbul

Am Bosporus in Emirgan, nördlich von Rumelihisarı, beherbergt das Sabancı-Museum in einer prachtvollen Villenvilla des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Sammlung osmanischer Kalligraphie des 16. bis 20. Jahrhunderts sowie Gemälde türkischer Orientalisten und westlicher Künstler des 19. Jahrhunderts. International beachtete Wechselausstellungen stellten in der Vergangenheit Dalí, Picasso und Rodin vor. Die Stiftung Sabancı, eines der größten türkischen Konglomerate, betreibt das Haus vorbildlich: Bibliothek, Bildungsprogramme und angemessene Eintrittspreise verbinden Familiensammlung und öffentliche Institution. Mit dem öffentlichen Bus entlang der Bosporus-Küstenstraße erreichbar.

Istanbul Modern

Renzo Pianos 2023 eröffneter Neubau am Hafen von Karaköy, direkt gegenüber dem Galataport-Passagierterminal, hütet die führende türkische Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst: Werke von Burhan Doğançay, Fahrelnissa Zeid, Ömer Uluç und einer jüngeren Generation türkischer Positionen. Der dreistöckige Glaskörper verdoppelt die Ausstellungsfläche gegenüber dem ehemaligen Lagerhaus. Das Restaurant im Erdgeschoss mit Bosporus-Blick gehört zu den designattritivsten Gastronomien der Stadt. Eintritt im mittleren Bereich; donnerstags teils kostenlos. Zu Fuß von der Tram-Haltestelle Karaköy oder der Fähre Eminönü–Karaköy.

Bergama (Pergamon) Akropolis und Asklepieion

Der Pergamonaltar steht zwar in Berlin (im Pergamonmuseum), doch die Akropolis von Bergama mit dem Trajaneum, dem steilen griechischen Theater (mit Blick auf die moderne Stadt), der Bibliothek und den Fundamenten des Zeusaltars ist als Freilichtmuseum unter Aufsicht des türkischen Kulturministeriums eines der eindrucksvollsten archäologischen Ensembles der Türkei. Das Asklepieion im Tal unterhalb der Akropolis war ein bedeutendes Heilzentrum der Antike; der heilige Weg, die Säulenhallen und der Rundbau sind gut erhalten. Bergama liegt etwa 100 km nördlich von İzmir; von İzmir mit dem Bus in knapp zwei Stunden erreichbar. Eintritt zum Museumsgelände im mittleren Bereich.

Ephesos-Museum, Selçuk

Neben der großen archäologischen Stätte, einer der best erhaltenen antiken Städte des Ostmittelmeerraums, beherbergt das Ephesos-Museum in Selçuk die Kleinfunde, die beim Ausgraben der Stadt geborgen wurden: zwei vollständige Artemis-Statuen in Elfenbein-und-Gold-Stilistik (die Artemis Polymastos-Typen), Haushaltsgegenstände, Münzen, Gladiatorenhelme und die ausgewerteten Skelette aus dem Gladiatorenfriedhof, der 2007 nahe Ephesos entdeckt wurde. Das Museum ergänzt den Besuch der Ruinenstadt um eine notwendige zweite Perspektive: Wo die Stätte das Stadtbild zeigt, zeigt das Museum die Menschen. Selçuk liegt bei İzmir, Bahn und Bus verbinden die Städte in 45–60 Minuten.

Mevlana-Museum, Konya

Das Mausoleum Rumis (Mevlâna Jalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī, 1207–1273) und das ehemalige Derwisch-Konvent der Mevleviyye-Ordensgemeinschaft in Konya werden als Museum sufischen Erbes geführt: beleuchtete Handschriften des Masnavis und anderer Werke Rumis, historische Musikinstrumente (Ney-Flöten, Rebabs), der Sarg des Gründers unter einem grünen Fliesenzelt und die Grabmäler seiner Söhne und Gefährten. Die grüne Türbekuppel des 13. Jahrhunderts ist das Wahrzeichen Konyas. Ein Ort, an dem religiöse Praxis und museale Inszenierung besonders dicht aufeinander treffen; für viele Besucher, gerade aus der islamischen Welt, ist er ein Pilgerort. Eintritt frei; Konya mit dem Schnellzug von Ankara in knapp drei Stunden.

Museum Antalya

Das Antalya-Museum am Westufer der Stadt, eine kurze Fahrt vom Kaleici-Altstadtquartier entfernt, hütet die umfangreichen römischen Skulpturen aus Perge, Side und anderen pamphylischen Städten der Türkischen Riviera. Darunter befinden sich hadrianische Marmorporträts, Götterstatuen in Überlebensgröße und eine vollständig erhaltene Figurenserie aus dem Nymphaeum von Perge. Die Abteilung für Kleinasien-Münzen ist mit Tausenden von Exemplaren eine der bedeutendsten numismatischen Sammlungen der Region. Ein selten erwähntes, aber für die römische Plastik in Kleinasien zentrales Haus; wer in Antalya Strandurlaub mit Kultur verbinden möchte, findet hier einen der dichtesten Museumsbesuche der südtürkischen Küste. Eintritt im moderaten Bereich; Museumspass Türkei einlösbar.

Auf der Karte und Reisehinweise

Sämtliche Häuser sind auf der Karte verzeichnet. Eine Türkeireise, die Istanbul, Ankara und die ägäische Westküste verbindet, bewältigt diese Liste in etwa zehn Tagen. Istanbul allein beansprucht drei bis vier Tage für Topkapı, Hagia Sophia, Archäologische Museen, Sabancı und Istanbul Modern. Ankara (Flug oder Schnellzug) kommt als Tages- oder Zweitagesstopp hinzu. Bergama und Ephesos liegen sinnvoll auf dem Weg von İzmir, Antalya bildet den südlichen Abschluss. Der Museumspass Turkey (Müze Kart) ist für Vielbesucher erheblich günstiger als Einzeltickets und gilt für die meisten staatlichen archäologischen Stätten und Museen im ganzen Land. Wer das Istanbul Museum Pass und den nationalen Müze Kart kombiniert, deckt alle zehn hier genannten Häuser zu einem erheblich reduzierten Gesamtpreis ab. Die beste Reisezeit für eine Museumsreise durch die Türkei ist das Frühjahr (April bis Mai) oder der frühe Herbst (September bis Oktober), wenn die Temperaturen angenehm sind und die touristischen Hochdruckzeiten in den Hauptstädten noch nicht oder nicht mehr voll eingesetzt haben.