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Die Smithsonian Institution — eine Annäherung

Die Smithsonian Institution ist kein einzelnes Museum, sondern ein ganzes System — und damit zugleich das eigentümlichste der großen Museumsverbünde der Welt. Mit neunzehn Museen, neun Forschungszentren und einem Zoo gehört sie zu den ungewöhnlichsten Vermächtnisgeschichten des neunzehnten Jahrhunderts.

Das Vermächtnis von James Smithson

Die Smithsonian Institution wurde 1846 durch einen Act of Congress gegründet, der das Vermächtnis des englischen Chemikers James Smithson aus dem Jahr 1829 annahm: 104.000 Pfund — sein gesamtes Vermögen — an die Vereinigten Staaten "zur Vermehrung und Verbreitung des Wissens". Smithson selbst hatte Amerika nie betreten; die Hintergründe seiner Zuwendung sind bis heute Gegenstand historischer Spekulation.

Neunzehn Museen

Die Smithsonian umfasst neunzehn Museen, neun Forschungszentren und den National Zoological Park — die meisten am National Mall in Washington, aber mit Außenstellen in New York (Cooper Hewitt, NMAI Heye Center) und Virginia (Udvar-Hazy Center).

Die Mall-Museen

Das Castle (Smithsonian Information Center); das National Museum of Natural History; das National Museum of American History; das National Air and Space Museum (derzeit in einem großen Sanierungsprozess); die National Gallery of Art (formell nicht zum Smithsonian gehörig, aber benachbart); das National Museum of African American History and Culture (eröffnet 2016); das National Museum of the American Indian; das Hirshhorn Museum and Sculpture Garden; die Freer-Sackler-Galerien asiatischer Kunst.

National Air and Space

Das Mall-Gebäude (Hellmuth, Obata & Kassabaum, 1976) zeigt den Wright Flyer (1903), die Spirit of St. Louis, die Bell X-1 und die Apollo-11-Kapsel Columbia. Das Udvar-Hazy Center beim Flughafen Dulles beherbergt die SR-71 Blackbird, das Space Shuttle Discovery und eine Concorde.

African American History and Culture

Das 2016 eröffnete NMAAHC (Freelon Adjaye Bond / SmithGroup) mit seiner bronzefarbenen Filigran-Fassade zeichnet die afroamerikanische Geschichte von der Sklaverei über Emanzipation und Bürgerrechtsbewegung bis zur Gegenwartskultur nach. Zeitkartenpflichtig — auch acht Jahre nach Eröffnung noch eines der nachgefragtesten Häuser Washingtons.

Natural History

Das National Museum of Natural History ist nach Sammlungsgröße das größte Naturkundemuseum der Welt — 145 Millionen Stücke, darunter der Hope-Diamant, der afrikanische Buschelefant in der Rotunde und die Hall of Human Origins.

American History

Das Star-Spangled Banner (die 1813 in Baltimore gehisste Garnisonsflagge, die der amerikanischen Nationalhymne den Namen gab); die Ruby Slippers aus The Wizard of Oz; die Theke des Greensboro-Lunchcounter-Sit-in von 1960. Eine Sammlung, in der Politik, Industrie und Popkultur nebeneinander liegen.

National Museum of the American Indian

Douglas Cardinals Gebäude von 2004 präsentiert die indigenen Kulturen Amerikas mit indigener Kuratorenstimme — ein Modell, das international intensiv diskutiert wird.

Freier Eintritt

Alle Smithsonian-Museen sind eintrittsfrei. Finanziert wird das System aus Bundesmitteln, ergänzt um Spenden, Stiftungserträge und Einnahmen aus Buchhandel und Gastronomie.

Auf der Karte sind die Mall-Standorte und die Außenstellen verzeichnet — eine sinnvolle Washington-Reise verteilt das Smithsonian-System auf drei bis vier Tage.