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Zehn bedeutende Museen der Schweiz

Kunsthaus Zürich, Switzerland
Photo: Roland zh, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Schweiz hat für ihre Größe eine ungewöhnlich dichte Museumslandschaft. Drei Sprachräume, vier Kantonshauptstädte und private Stiftungen, die im internationalen Vergleich der Spitzengruppe angehören — Fondation Beyeler, Museum Tinguely, Vitra Design Museum — machen das Land zu einem der lohnendsten Museumsziele Europas. Wer Zürich, Basel und Luzern kombiniert, kann in einer Woche eine außergewöhnliche Bandbreite erleben; alle drei Städte sind durch häufige Intercity-Verbindungen mit Fahrzeiten von 60–70 Minuten miteinander verbunden. Der günstigste Einstieg ist häufig ein Museumspass, der Vergünstigungen bei zahlreichen Häusern bietet.

Kunsthaus Zürich

Das Kunsthaus Zürich, 2021 durch David Chipperfields nördlichen Erweiterungsbau nahezu verdoppelt, ist das größte Kunstmuseum der Schweiz. Der Chipperfield-Bau — ein ruhiger, steinverkleideter Kubus, der über eine unterirdische Passage mit dem Altbau von Karl Moser (1910) verbunden ist — brachte rund 5.000 Quadratmeter neue Ausstellungsfläche.

Die Bestände reichen vom mittelalterlichen Tafelbild über eine außergewöhnliche Alberto-Giacometti-Sammlung — die weltweit größte in einem einzigen Museum — bis zur Sammlung Bührle, die bedeutende Impressionisten und Postimpressionisten umfasst und aus dem Nachlass des Rüstungsunternehmers Emil Georg Bührle stammt. Deren Provenienz ist Gegenstand laufender wissenschaftlicher Untersuchungen und öffentlicher Debatten; das Museum hat unabhängige Forschungsarbeiten in Auftrag gegeben. Die Munch-Bestände — über hundert Werke, darunter bedeutende Gemälde und eine große Grafiksammlung — gehören zu den umfangreichsten außerhalb Norwegens. Hinzu kommen Hauptwerke des Schweizer Symbolismus (Arnold Böcklin), umfangreiche Dada-Bestände und Skulpturen von Giovanni Giacometti.

Das Kunsthaus liegt am Heimplatz im Herzen der Altstadt, zehn Gehminuten vom Hauptbahnhof oder mit den Tramlinien 3, 5 und 8 erreichbar. Der Eintrittspreis für die Dauersammlung bewegt sich typischerweise zwischen CHF 20 und 26; für Sonderausstellungen im Chipperfield-Bau kann ein gesonderter Tarif gelten. Montags geschlossen.

Fondation Beyeler, Riehen

Renzo Pianos langgestreckter Flachbau von 1997 auf dem ehemaligen Anwesen des Kunsthändler-Ehepaars Ernst und Hildy Beyeler vor den Toren Basels gilt weithin als eines der gelungensten Privatmuseumsgebäude der Welt. Piano legte den Bau parallel zur Baselstraße und überdachte ihn mit transluzenten Glaspaneelen, die das Tageslicht über den gesamten Tagesverlauf gleichmäßig in die Säle leiten — ein Effekt, der die Farbqualität der Gemälde auch bei bedecktem Nordschweizhimmel bewahrt.

Die Dauersammlung ist konzentriert kuratiert: rund 200 Werke von weniger als dreißig Künstlern, schwerpunktmäßig Klassische Moderne. Cézannes späte Landschaften, Monets Seerosenbilder, Rothkos Farbfeldgemälde, Francis Bacons figurative Tafeln und ein Giacometti-Saal bilden die Grundstruktur. Der Skulpturengarten — mit Arbeiten von Miró, Serra, Calder und Giacometti — ist als Fortsetzung der Ausstellung konzipiert und macht den Spaziergang durch die Wiesen und am Teich zu einem integralen Bestandteil des Besuchs.

Die Fondation liegt in Riehen, einem Vorort nordöstlich von Basel, und ist mit dem Tram 6 in etwa zwanzig Minuten vom Stadtzentrum aus erreichbar. Der Eintritt beträgt für Erwachsene typischerweise CHF 25–30; Studierende und unter 25-Jährige zahlen deutlich weniger. Dienstags geschlossen. Wechselausstellungen von internationalem Rang laufen das ganze Jahr parallel zur Dauersammlung.

Kunstmuseum Basel

Das 1661 gegründete Kunstmuseum Basel — faktisch die erste städtische Kunstsammlung der Welt, weit vor den meisten großen Nationalgalerien Europas entstanden — hütet die weltweit dichteste Holbein-Sammlung. Hans Holbein der Jüngere arbeitete lange in Basel und hinterließ eine Porträtserie von Humanisten aus dem Basler Kreis, Altargemälde und Zeichnungen, die die europäische Bildnismalerei für Generationen prägten.

Darüber hinaus besitzt die Sammlung Hauptwerke von Konrad Witz (dessen Altarflügel zu den herausragenden Beispielen nordalpiner Malerei des 15. Jahrhunderts zählen), Arnold Böcklin, Joseph Beuys und Jean Tinguely. Die Bestände des 20. Jahrhunderts — Kubismus, Expressionismus, Nachkriegskunst — sind ungewöhnlich tiefgründig. Der 2016 fertiggestellte Neubau an der anderen Seite des St. Alban-Grabens verdoppelte die verfügbare Fläche und beherbergt seither Gegenwartskunst und Werke der Nachkriegszeit.

Das Kunstmuseum liegt wenige Gehminuten südlich des Basler SBB-Bahnhofs. Der Eintritt — gültig für beide Häuser — kostet Erwachsene typischerweise CHF 20–26; der kombinierte Besuch beider Gebäude wird dringend empfohlen, da sich die Sammlung auf beide verteilt. Montags geschlossen.

Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich

Das Schweizerische Nationalmuseum, untergebracht in einem Gebäude, das bewusst eine mittelalterliche Burg evoziert — 1898 nach einem Entwurf von Gustav Gull eröffnet —, liegt direkt neben dem Zürcher Hauptbahnhof und ist damit das am einfachsten zugängliche der großen Schweizer Museen für Bahnreisende. Ein Neubauflügel der Architekten Christ & Gantenbein (2016) erweiterte das Haus in einer Betonsprache, die den Dialog mit dem historistischen Altbau sucht, ohne ihn zu imitieren.

Die Dauersammlung umfasst die Kulturgeschichte der Schweiz von den prähistorischen Pfahlbauten an den Alpenseen — heute UNESCO-Welterbe — bis ins frühe 20. Jahrhundert. Besondere Stärken liegen in der Militärgeschichte (Rüstungen, Waffen, Feldzüge), der kirchlichen Kunst des Mittelalters und der Reformationszeit sowie im regionalen Kunstgewerbe über mehrere Jahrhunderte. Das hölzerne Reiterrelief des Löwenreiters aus dem frühen 11. Jahrhundert ist ein besonders ungewöhnliches Sammlungsexponat. Der Eintritt beträgt typischerweise CHF 10 für Erwachsene; am ersten Samstag des Monats ist die Dauersammlung kostenlos. Montags geschlossen.

Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Das Verkehrshaus der Schweiz am Ufer des Vierwaldstättersees ist das meistbesuchte Museum des Landes und zählt in starken Jahren über 900.000 Besucher. Gegründet 1959, um die überproportionale Rolle der Schweiz bei der Entwicklung moderner Verkehrsinfrastruktur zu dokumentieren, hat es sich zu einem der umfassendsten Verkehrsmuseen Europas entwickelt.

Fünf Haupthallen behandeln Schiene (mit vollständigen Dampf- und Elektrolokomotiven, darunter Exemplare der legendären Gotthard-Linie), Straße (frühe Automobile und Nutzfahrzeuge), Wasser (Fluss- und Seefahrzeuge), Luftfahrt (Schweizer Flugzeuge von frühen Doppeldeckern bis zu Strahlverkehrsflugzeugen) und Raumfahrt (in Zusammenarbeit mit der ESA und dem Schweizer Astronautenprogramm). Ein IMAX-Kino, ein Planetarium und ein Schokoladenabenteuer ergänzen den Komplex. Integriert ist auch das Hans-Erni-Museum, das das Werk des Luzerner Künstlers und langjährigen olympischen Grafikgestalters dokumentiert.

Das Verkehrshaus befindet sich an der Lidostrasse 5, rund 20 Gehminuten oder sieben Busminuten vom Luzerner Hauptbahnhof entfernt. Der Eintritt für Erwachsene liegt typischerweise zwischen CHF 32 und 38; Kombitickets mit IMAX oder Planetarium sind erhältlich. Täglich geöffnet, auch montags.

Museum Tinguely, Basel

Jean Tinguely (1925–1991), geboren in Fribourg und in Basel ausgebildet, wurde zu einem der wichtigsten kinetischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Seine Maschinen — aus Schrott, industriellen Abfallmaterialien, Fahrradrädern und Motoren zusammengesetzt — verkörpern einen heiteren Nihilismus: Sie zerstören sich häufig selbst, klemmen unvorhersehbar oder funktionieren nur dann, wenn Besucher sie aktivieren.

Das Museum Tinguely in Basel, von Mario Botta entworfen und 1996 eröffnet, belegt ein markantes rotsandsteinverkleidetes Gebäude am Rheinufer oberhalb der Mittleren Brücke. Bottas geometrische Fassaden und tonnengewölbte Innenräume bieten einen starken architektonischen Gegensatz zum energetischen Chaos von Tinguelys Maschinen. Besucher werden ausdrücklich ermuntert, die Aktivierungsknöpfe zu betätigen, die einzelne Werke in Bewegung versetzen — eine in einem bedeutenden Museum ungewöhnliche Praxis, die Tinguelys Grundüberzeugung ernst nimmt: Kunst ist partizipativ und zeitbasiert, nicht statisch.

Die Dauersammlung umfasst bedeutende Spätwerke wie Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia sowie Zeichnungen, Modelle und Dokumentationsmaterial, das Tinguelys Karriere von den frühen Basler Jahren bis zur langen Partnerschaft mit Niki de Saint Phalle nachzeichnet. Das Museum liegt in der Nähe der Tramhaltestelle Dreirosenbrücke. Der Eintritt liegt typischerweise bei CHF 18–22 für Erwachsene; montags geschlossen.

Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Das Vitra Design Museum liegt auf dem Campus des Möbelherstellers Vitra in Weil am Rhein, Deutschland — rund fünf Kilometer vom Basler Stadtzentrum entfernt und mit dem Tram 8 ab Basels Claraplatz in etwa zwanzig Minuten erreichbar. Technisch auf deutschem Boden, ist es faktisch Teil des Basler Museumskreises.

Frank Gehrys Gebäude von 1989 — sein erstes vollendetes Projekt in Europa — ist eine dynamische Komposition weißer geometrischer Volumen in scheinbarer Kollision, die als eines der prägenden Frühbeispiele dekonstruktivistischer Architektur gilt. Die Sammlung, die es beherbergt, ist die bedeutendste Möbeldesign-Sammlung der Welt: über 7.000 Stühle, Leuchten und Designobjekte vom mittleren 19. Jahrhundert bis heute. Zu den Höhepunkten gehören Prototypen und Serienprodukte von Charles und Ray Eames, Verner Panton, Alvar Aalto und George Nelson.

Der breitere Vitra-Campus ist zu einem eigenständigen Freilichtmuseum der Architektur geworden: Neben dem Gehry-Bau stehen Gebäude von Zaha Hadid (Feuerwehrhaus, 1993 — ihr erstes realisiertes Projekt), Álvaro Siza, Tadao Ando und Herzog & de Meuron. Campus-Führungen werden in mehreren Sprachen angeboten. Der Museumseintritt beträgt typischerweise CHF 14–19 für Erwachsene; Campus-Touren kosten extra. Montags geschlossen.

Olympisches Museum, Lausanne

Das Olympische Museum öffnete 1993 am Ufer des Genfersees und wurde nach einer umfassenden Renovierung 2013 wiedereröffnet. Lausanne ist Sitz des Internationalen Olympischen Komitees, und das Museum hat unmittelbaren Zugang zu IOC-Archiven und Sammlungen, über die keine andere Institution verfügt.

Die Dauersammlung verfolgt die moderne Olympische Bewegung von Pierre de Coubertins Wiederbelebung 1896 bis zu den jüngsten Spielen — mit Originalexponaten, Filmmaterial und interaktiven Installationen. Zu den Höhepunkten gehören die originalen olympischen Fackeln aller Spiele seit Einführung der Fackellauf-Tradition in Berlin 1936, Athletenuniformen und -ausrüstungen aus der gesamten Geschichte der Spiele sowie eine bedeutende Sammlung olympischer Kunst und Plakatgestaltung. Ein Abschnitt über die olympischen Werte und ihre sozialen und politischen Dimensionen beleuchtet die komplizierte Geschichte der Bewegung mit angemessener Ehrlichkeit.

Das Museum liegt am Quai d'Ouchy 1, rund zehn Gehminuten von der Metro-Station Lausanne-Ouchy (M2-Linie, die mit dem Hauptbahnhof verbunden ist). Der Eintritt beträgt typischerweise CHF 18–20 für Erwachsene. Die Terrassenrestaurants und der Olympia-Park mit Skulpturen und Blick über den Genfersee auf die Alpen sind auch unabhängig vom Museumsbesuch lohnend. Außerhalb der Hauptsaison montags geschlossen.

Fondation Pierre Gianadda, Martigny

Martigny ist eine Kleinstadt am Südende des Rhonetals im Kanton Wallis, dort wo das Tal scharf nach Westen in Richtung Schweizer-Französische Grenze abbiegt. Der Name Martigny ist museal vor allem mit der Fondation Pierre Gianadda verbunden, die der Unternehmer Léonard Gianadda 1978 zum Gedächtnis seines bei einem Flugzeugabsturz getöteten Bruders Pierre gründete.

Die Fondation wurde über einer gallo-römischen Heiligtumskomplex errichtet, der bei Bauarbeiten zufällig freigelegt wurde; die antiken Überreste sind im Untergeschoss des Gebäudes konserviert und bilden eine der zugänglichsten und am leichtesten lesbaren gallo-römischen Ausgrabungsstätten der Schweiz. Ihren Ruf aufgebaut hat die Fondation durch ein ehrgeiziges, kontinuierliches Programm großer Wanderausstellungen, für die Leihgaben aus dem Ermitage, dem Louvre, dem Prado und vergleichbaren Institutionen zusammengestellt wurden.

Der Skulpturenpark um das Gebäude beherbergt bedeutende Werke von Rodin, Arp, Miró, Calder und Moore. Ein kleines, gut gepflegtes Automobilmuseum auf dem Gelände dokumentiert historische Schweizer und europäische Renn- und Straßenfahrzeuge. Martigny liegt an der Hauptbahnstrecke Lausanne–Brig (Simplon-Route) und wird von häufigen Zügen bedient. Der Eintritt variiert je nach aktueller Ausstellung und liegt typischerweise zwischen CHF 18 und 24 für Erwachsene. Die Fondation ist ganzjährig geöffnet und zählt zu den meistbesuchten Kunstorten außerhalb der Schweizer Großstädte.

Museum für Gestaltung, Zürich

Das Museum für Gestaltung Zürich ist eine der wichtigsten Designinstitutionen Europas und umfasst Grafikdesign, Produktdesign, Kunstgewerbe und visuelle Kommunikation. 1875 als Teil der Zürcher Kunstgewerbeschule gegründet, hat das Museum eine Sammlung von über 500.000 Objekten aufgebaut: Plakate, Möbel, Alltagsgegenstände, Schrifttypen und Verpackungsdesign.

Der Hauptausstellungsort an der Ausstellungsstrasse in Zürichs Kreativviertel Zürich West wurde 1933 im Stil des Neuen Bauens errichtet. Ein bedeutender zweiter Standort, das Schaudepot im Toni-Areal — einer ehemaligen Molkerei in Zürich West, die von den Architekten EM2N umgebaut wurde — eröffnete 2014 und wendet das Konzept des offenen Museumsdepots an: Besucher schlendern zwischen offenen Regalen, in denen Tausende von Designobjekten ausgestellt sind, und machen sichtbar, was üblicherweise in unzugänglichen Archivräumen verbleibt. Das Konzept ist inzwischen international einflussreich und wird von anderen Institutionen übernommen.

Die Plakatsammlung — mit besonderen Stärken im Schweizer Modernen Grafikdesign der 1920er bis 1970er Jahre — gilt als eine der weltweit bedeutendsten. Das Toni-Areal liegt etwa zehn Tramminuten vom Zürcher Hauptbahnhof entfernt. Der Eintritt beträgt typischerweise CHF 10–15 für Erwachsene. Montags geschlossen.

Wohin zuerst?

Diese zehn schöpfen die Museumslandschaft des Landes nicht aus — jede solche Liste trifft schmerzhafte Auslassungen. Das Historische Museum Basel, das Museum Rietberg Zürich, das Musée d'Art et d'Histoire Genf und das Aargauer Kunsthaus in Aarau hätten auf einer längeren Liste alle gute Argumente. Aber die zehn oben genannten Häuser bieten eine verlässliche Grundlage für eine ernsthafte Museumserkundung in drei Kulturräumen des Landes.

Sämtliche Häuser sind auf der Karte verzeichnet — ein Rundgang über Zürich, Basel und Luzern lässt sich problemlos in einer Woche organisieren.